Ultras & Hooligans

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supporters
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Ultras & Hooligans

Beitragvon supporters » 11.01.2016, 12:06

Webseiten, Videos, Medienberichte usw.
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Schmidt
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Re: Ultras & Hooligans

Beitragvon Schmidt » 11.01.2016, 12:14

Unter dem Namen Matchday Madness wurde bereits vor etwa einem halben Jahr ein Trailer zum Thema Hooligans veröffentlicht ( https://www.youtube.com/watch?v=Gd96h9WGdbo ).
Jetzt gibt es ganz aktuell einen weiteren Trailer.

Unter dem Namen „Matchday Madness“ haben Brandon Baan und Yoeri Kievits einen Trailer veröffentlicht, der Filme über verschiedene Hooligan-Gruppen auf der ganzen Welt ankündigt.
Ein Hooligan von Darmstadt 98 kommt in dem Trailer ebenfalls zu Wort.
Neben einem Hooligan von Colo Colo in Chile sprechen schlagkräftige Jungs Feyenoord Rotterdam, Juventus aus Turin, Galatasaray aus Istanbul, AIK Stockholm und Real Murica über ihr außergewöhnliches Hobby.
Der Hooligan aus Chile spricht in dem Trailer an, dass es Ultras und Hooligans seien, die für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen würden, wenn es drauf ankäme.
Faszination Fankurve


https://www.youtube.com/watch?v=pWCnPgEOtP4

Ungewöhnlich ist hierbei die sehr professionelle Machart und die hohe Qualität des Materials.
Ebenso ungewöhnlich ist die Nähe und Offenheit der Protagonisten.
Der Ersteindruck scheint sehr authentisch, wirft aber wegen der oben Aufgeführten Punkte durchaus Fragen auf.
Widerspricht doch diese Offenheit den in der Fußballszene üblichen Gegebenheiten.
AleksandrLab
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Dortmund 0321 Riot

Beitragvon AleksandrLab » 31.05.2016, 18:07

Interview über 0231-Riot vom BVB.

In der Dortmunder Fanszene gibt es eine Schlägergruppe, die "0231-Riot" genannt wird und zuletzt nicht nur durch Gewaltexzesse, sondern auch durch antisemitische Parolen auffiel. Offen mag sich kein BVB-Anhänger über die Gruppierung äußern. SPIEGEL ONLINE sprach mit einem Dauerkartenbesitzer auf der Südtribüne, der das Treiben der "Riots" genau beobachtet. Er will aus Angst vor Vergeltungsaktionen anonym bleiben.

Das Auftauchen der Gruppe, die sich möglicherweise deshalb keinen offiziellen Namen gibt, um ein Verbotsverfahren zu erschweren, ist auch der Versuch, die Zeit zurückzudrehen. Schließlich haben es der Verein Borussia Dortmund und engagierte Fans in den vergangenen Jahren auch mit externer Hilfe geschafft, einige der notorischsten rechtsextremen Fans aus der Kurve zu drängen.

Viele von ihnen stammten aus dem Umfeld von Neonazi-Kameradschaften und schafften es durch medienwirksame Aktionen und die gezielte Einschüchterung nicht rechter Fans, der Dortmunder Fanszene ein Image zu verpassen, gegen das sich der BVB - spät, aber dafür konsequent - seit einigen Jahren zur Wehr setzt. Damit die Arbeit der vergangenen Jahre nicht umsonst war, wendet sich "Juan" nun an die Öffentlichkeit.

SPIEGEL ONLINE: Von wie vielen Leuten sprechen wir, wenn es um "0231-Riot" geht?
Juan: Der harte Kern umfasst etwa 40 Leute, die sich vor allem aus Abspaltungen der Ultragruppen "Jubos" und "Desperados" zusammensetzen. Mit ihrem Umfeld, zu dem auch Leute aus der Türsteherszene gehören, die mit Fußball eigentlich nichts zu tun haben, kommen sie vielleicht auf 60 Leute.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt vergleichsweise überschaubar bei so einer riesigen Fanszene wie der des BVB, wo allein 25.000 Fans auf der Südtribüne stehen.
Juan: Im Stadion stellen die auch kein großes Problem dar, zumal viele von ihnen Stadionverbot haben und einige nie wieder ein Dortmunder Spiel live sehen werden. Aber außerhalb, im Stadionumfeld und im Alltag, sind sie schon ein Problem. Es gibt in der Stadt niemanden, der sich unter seinem echten Namen zu dieser Gruppe äußern würde. Die haben das Gewaltmonopol. Da reicht in der Kurve auch schon mal der leise Hinweis, dass draußen ein paar Freunde sind, und schon muckt keiner mehr auf.

SPIEGEL ONLINE: Was meinen Sie mit "Gewaltmonopol"?
Juan: Wir reden hier von Leuten, die seit Jahren wie die Berserker trainieren, und das sieht man ihnen auch an. Zudem bestehen prima Verbindungen zur "Northside". Das sind alteingesessene Hools, die wiederum gute Connections in die kriminelle Szene der Stadt haben. Die neue Gruppe hat in den vergangenen Monaten schon für Aufsehen gesorgt.

SPIEGEL ONLINE: Zum Beispiel?
Juan: Nehmen wir unser Heimspiel gegen Hannover. Da sind "Riot"-Mitglieder auf der Suche nach den 96-Hools ziellos durch die Stadt gestromert und haben einen jungen Hannoveraner Fan getroffen, der offenbar auch noch aus dem Umfeld einer Ultragruppe kam.

SPIEGEL ONLINE: Und was passierte dann?
Juan: Der Fan wurde erst mal für lange Zeit mitgeschleift. Und erst wieder freigelassen, als er den Aufenthaltsort von Hannoveraner Ultras verraten hat. Das ist alles schon echt kriminell.

SPIEGEL ONLINE: Auch auf Schalke hat man offenbar seine Erfahrungen mit "0231-Riot" gemacht.
Juan: Nachdem es in Osnabrück zunächst zu Scharmützeln mit Kieler Fans gekommen war, sind sie entgegen der Anweisung der Polizei nicht in den Zug nach Dortmund gestiegen, sondern haben den nach Gelsenkirchen genommen, wo sie am Bahnhof prompt erwartet wurden. Da hatten dann beide Seiten, was sie wollten.

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass es seither mehrere dieser "Ortsbesuche" in Gelsenkirchen gab?
Juan: Definitiv. Und mit all dem, was die unter "Action" verstehen, kann man junge unbedarfte Fans eben prima ködern. Die ziehen auf jeden Fall systematisch Jugendliche aus ihren Familien und ihren Freundeskreisen. Und in der Mitte ist mit Timo K. ein echter Menschenfänger. "Du brauchst keinen Schulabschluss zu machen", heißt es dann, "wir besorgen dir später einen gut bezahlten Job."

SPIEGEL ONLINE: Timo K., der vor Gericht stand, weil er im August 2012 ein Transparent ausgerollt hat, das "Solidarität" mit der verbotenen Neonazi-Kameradschaft "Nationaler Widerstand Dortmund" gezeigt hat?
Juan: Genau der. Der geht aber an junge Menschen mit der Aussage heran, es seien nur linksradikale Fans und Gutmenschen, die ihn als Nazi bezeichneten. Er sei in Wirklichkeit gar nicht rechts.

SPIEGEL ONLINE: Im Sonderzug zum Pokalfinale nach Berlin soll es zu antisemitischen Gesängen gekommen sein.
Juan: Eben. Aber wahrscheinlich würden diese Leute auch behaupten, dass es unpolitisch ist, von der "Judenfreundschaft" zwischen Schalke und Nürnberg zu sprechen. Darüber braucht man nun wirklich nicht zu diskutieren: Das sind einfach Rechte, die auf das Faustrecht setzen.

SPIEGEL ONLINE: Im besagten Zug nach Berlin soll die Gruppe auch Bier verkauft haben, das eine andere Ultragruppe auf ihre Rechnung gekauft hatte. Doch das Geld haben sie selbst behalten. So macht man sich in der Szene doch nicht beliebt, oder?
Juan: Das stimmt wohl. Und bevor Sie fragen: Ja, es ist möglich, dass 30 Leute 870 einschüchtern. Die haben sich einfach szeneextern einen Ruf geschaffen, der szeneintern wirkt. Es geht aber auch darum, irgendwann wieder die Kurve in der Hand zu haben. Für utopisch halte ich das nicht: Die haben großen Zulauf.

SPIEGEL ONLINE: Dabei dachte man, dass die Dortmunder Fanszene eigentlich auf einem ganz guten Weg ist.
Juan: Die Leute im Zug haben eben geschwiegen, als der antisemitische Mist angestimmt wurde. Überhaupt hat die große Mehrheit der Fanszene, die keine Lust auf die Rechten hat, in den letzten Jahren ganz viel getan und sehr viel Positives bewirkt. Ich hoffe wirklich, dass es jetzt nicht wieder in die falsche Richtung kippt.
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Beitragvon SpielerZwo » 26.07.2016, 21:45

Nachdem vor kurzem 2 wichtige Fahnen von den roten Bauern gezogen wurden, haben sich jetzt die Gisasinga Buam aufgelöst.
Ein ziemlich schwerer Schlag für die Fanszene von 1860 da sich ja vor kurzem auch bereits die dortige Cosa Nostra aufgelöst haben.
Da dürfte zum Ligastart wohl nicht allzu viel los sein. Konsequent aber zumindest die Entscheidung der Gruppe den Weg der Auflösung zu gehen.
Besser als manch andere Ultrasgruppe die nur nach Ausflüchten sucht oder ihre Aktivitäten für eine Weile reduziert.

Hier ist die Stellungnahme von www.giasinga-buam.de

Heute, am 25.07.2016, wurde die Gruppe Giasinga Buam 1860 aufgelöst. Nach dem Verlust zweier wichtiger Zaunfahnen sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Weggefährten, Freunden und Unterstützern der Gruppe bedanken und zugleich betonen, dass wir dem TSV München von 1860, dessen Kurve wir in den letzten acht Jahren belebt haben, auch in Zukunft verbunden bleiben und für unsere Überzeugungen einstehen werden.

Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is.

Giasinga Buam 1860
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Re: Ultras & Hooligans

Beitragvon Schmidt » 06.08.2016, 21:48

Nach dem Europa League Qualifikationsspiel kam es am Donnerstag in Brøndby an einem Parkplatz des Stadion zu Auseinandersetzungen zwischen Brøndby und Hertha Fans, bei denen ein Hertha Fan schwer am Kopf verletzt worden sein soll und deshalb ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der 20 Jahre alte Hertha Fans soll sich in einem stabilen, aber kritischen Zustand befinden. Um dem Hertha Fan den Krankentransport nach Deutschland zu finanzieren und ihn in der Zeit zu unterstützen, in der er nicht arbeiten kann, hat Fanvereinigung Brøndby Support eine Spendensammlung ins Leben gerufen und selbst die ersten 10.000 dänischen Kronen (circa 1.344 Euro) gespendet. Weitere Brøndby Fans können sich an der Spendenaktion beteiligen. „Wir wünschen dem Opfer nach diesem unverzeihlichen Akt das Beste für die Zukunft - und eine baldige Genesung“, heißt es von Brøndby Support.
Auch die aktive Brøndby Fanszene distanziert sich von dem Vorfall. „Die Gewalt gegen Zufällige und Schläge auf den Kopf von Menschen, die am Boden liegen, wird nie ein Teil unserer Kultur sein“, erklären der Fanszeneverband Sydsiden.
Sydsiden macht zudem ebenfalls Werbung für die Spendenaktion von Brøndby Support. Und auch Brøndby IF verurteilt den Vorfall und sichert eine enge Kooperation mit Hertha BSC und der Polizei zu.
(Faszination Fankurve, 06.08.2016)

Auch wenn wenig Hintergründe dazu bekannt sind, halte ich das für einen sehr ungewöhnliche aber äußerst lobenswerte Reaktion.
Interessant das die Solidarität einem "Gegner" gilt. Von einer ähnlichen Sache habe ich bislang noch nie gehört.
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Hannoi verliert Material an BS

Beitragvon SpielerZwo » 17.10.2016, 11:23

Brigade Nord hat nachdem sie bereits ihre Zaunfahne an Dortmund verloren haben erneut bedeutendes Material an BS verloren.
Jetzt stellen die ihre Aktiviäten ein. Weiß jemand mehr auf welche Weise diese Sachen abhanden gekommen sind?
Die Stellungnahme klingt ja nach ner fragwürdigen Nummer.

Liebe Freunde,

mit diesem Text wollen wir Euch zu den aktuellen Geschehnissen informieren.
Leider ist das passiert was niemals passieren sollte:

Unser Material in den Händen des größten Rivalen.

Immer war uns klar, sollte dies einmal passieren wird es Konsequenzen nach sich ziehen. Der Zeitpunkt war besonders hart für uns, weil wir gerade erst angefangen hatten optisch wieder in Erscheinung zu treten. Leider waren wir nicht in der Lage dies zu verhindern. Wir haben Fehler gemacht. Zu viele Fehler die bei uns selbst zu suchen sind.

Gleichzeitig sehen wir auch die sich verändernden Verhältnisse. In regelmäßigen Abständen haben wir uns über die Entwicklung der Ultrá-Szene ausgetauscht. Unser Schwerpunkt lag immer im Stadion. Wir wollten nie diejenigen sein die einen Krieg auf dem Rücken von Ultrá führen. Wir müssen jedoch Erkennen: Krieg gehört mittlerweile überall dazu und wird mit allen Mitteln geführt. Diese Mittel und Orte (!) lehnen wir ab.

Aus diesen beiden Gründen ziehen wir die Konsequenzen und treten nicht mehr als Gruppe auf. Wir stellen sämtliche Aktivitäten ein.

Die Brigade Nord lebt in uns weiter. In unseren Freundschaften und unserer Verbindung, welche einer Familie gleicht.
Wir wünschen der Szene ein erwachen aus der Einbahnstraße Richtung „italienische Tragödie“.

Ultrá ist der Kampf ums Ganze. Doch das Ganze ist viel mehr.
Brigade Nord 99, Oktober 2016

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